Intrapersonal
Die Beziehung zur eigenen Person.
Selbststeuerung, Reflexionsfähigkeit, Umgang mit Unsicherheit, innere Stabilität und die Fähigkeit, eigenes Verhalten kritisch wahrzunehmen.
Die psychologische Architektur wirksamer Zusammenarbeit
Komplexe Herausforderungen lassen sich nicht mehr innerhalb einzelner Silos lösen. Ob Medizin, Innovation, Technologie oder Organisationsentwicklung: Entscheidend wird die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven, Disziplinen und Interessen produktiv zu verbinden.
In vielen Management-, Innovations- und Forschungskontexten wird Collaboration heute als erfolgskritisch beschrieben. Gleichzeitig bleibt häufig unklar, welche psychologischen Voraussetzungen ein Collaborative Mindset konkret ausmachen.
Moderne Organisationen stehen vor Aufgaben, die nicht mehr durch einzelne Fachbereiche, Funktionen oder Disziplinen gelöst werden können. Wertschöpfung entsteht zunehmend dort, wo Menschen unterschiedlicher Expertise intensiv zusammenarbeiten.
In der Medizin zeigt sich diese Entwicklung besonders deutlich. Hochspezialisierte Diagnostik, individualisierte Therapie, Digitalisierung und ökonomischer Druck machen interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Voraussetzung für Qualität, Innovation und Versorgungssicherheit.
Doch interdisziplinäre Zusammenarbeit entsteht nicht automatisch durch Strukturen, Meetings oder Organigramme. Sie verlangt psychologische Voraussetzungen: Offenheit, Selbststeuerung, Vertrauen, Perspektivenintegration, Lernbereitschaft und die Fähigkeit, eigene Expertise in einen gemeinsamen Denkprozess einzubringen.
In Management, Innovation und Organisationsentwicklung wird die Bedeutung von Mindset zunehmend hervorgehoben. Führungskräfte, Investoren und Innovationsverantwortliche beschreiben Mindset zunehmend als einen relevanten Faktor für wirksame Zusammenarbeit, Konvergenz und anspruchsvolle Innovation.
Genau an diesem Punkt entsteht eine relevante Lücke: Wenn nicht ausreichend klar ist, woraus ein Collaborative Mindset besteht, kann es weder verlässlich beschrieben noch diagnostisch fundiert eingeschätzt noch gezielt entwickelt werden.
Begriffe wie Teamfähigkeit, Kooperationsbereitschaft oder Collaboration bleiben häufig zu allgemein. Sie beschreiben eine erwünschte Wirkung, aber nicht präzise genug die psychologischen Voraussetzungen, die diese Wirkung ermöglichen.
Das Modell
Das Collaborative-Mindset-Modell wurde entwickelt, um die psychologischen Voraussetzungen wirksamer interdisziplinärer Zusammenarbeit systematisch zu beschreiben.
Das Modell wurde im Rahmen der Research-&-Innovation-Arbeit der Conwell AG unter der Leitung von Carla Strebel entwickelt. Die wissenschaftliche Grundlage bildet eine Forschungsarbeit im Bereich Wirtschaftspsychologie, ergänzt durch systematische Literaturrecherche, theoriegeleitete Modellentwicklung sowie Feldbeobachtungen, Lectures und Fachgespräche im Innovationsumfeld des Silicon Valley.
Aus einer heterogenen Ausgangsbasis von 102 Merkmalen wurden 33 Dispositionen herausgearbeitet, präzisiert und in eine konsistente Struktur überführt. Damit entsteht eine differenzierte Alternative zu unscharfen Sammelbegriffen wie „Teamfähigkeit“.
Drei Bezugsebenen
Das Modell ordnet Collaborative Mindset als Zusammenspiel mehrerer psychologischer Dispositionen. Öffentlich sichtbar ist die Grundlogik der drei Bezugsebenen – nicht die vollständige diagnostische Tiefenstruktur.
Die Beziehung zur eigenen Person.
Selbststeuerung, Reflexionsfähigkeit, Umgang mit Unsicherheit, innere Stabilität und die Fähigkeit, eigenes Verhalten kritisch wahrzunehmen.
Die Beziehung zu anderen.
Vertrauen, Dialog, Perspektivenintegration, konstruktiver Umgang mit Differenz und gemeinsame Verantwortung im Prozess.
Die Beziehung zu grösseren Zusammenhängen.
Denken und Handeln über Rollen-, Fach-, Hierarchie-, Macht- und Systemgrenzen hinweg.
Ein Collaborative Mindset ist eine zentrale Voraussetzung wirksamer Zusammenarbeit – aber es wirkt nicht isoliert. Auch ausgeprägte kollaborative Voraussetzungen entfalten ihre Wirkung nur dann, wenn Zweck, Führung, Rollen, Entscheidungslogik und organisationaler Kontext zusammenpassen.
Deshalb versteht Conwell Collaborative Mindset immer systemisch: als Zusammenspiel individueller Voraussetzungen, gemeinsamem Purpose und organisationalem Kontext.
Nur wenn persönliche Voraussetzungen, gemeinsame Ausrichtung und systemische Rahmenbedingungen zusammenspielen, kann aus Zusammenarbeit echte Konvergenz entstehen.
Anwendungsfelder
Das Collaborative-Mindset-Modell schafft eine Grundlage, um Zusammenarbeit nicht nur normativ zu fordern, sondern diagnostisch, entwicklungsorientiert und organisationsbezogen zu bearbeiten.
Einschätzung kollaborativer Voraussetzungen bei Führungskräften, Schlüsselpersonen und interdisziplinären Rollen.
Analyse der psychologischen Voraussetzungen für Zusammenarbeit in Führungsteams, Projektteams und Expertengruppen.
Prüfung, ob Teams die mentalen Voraussetzungen mitbringen, um unterschiedliche Expertisen produktiv zu integrieren.
Anwendung in multiprofessionellen Settings, z. B. Tumorboards, interdisziplinären Zentren oder standortübergreifenden Strukturen.
Reflexion und Entwicklung jener Dispositionen, die für laterale Führung und komplexe Entscheidungsprozesse relevant sind.
Verknüpfung individueller Voraussetzungen mit Purpose, Entscheidungslogik, Kultur und organisationalem Kontext.
Methodischer Schutz
Die öffentliche Darstellung konzentriert sich bewusst auf die konzeptionelle Modelllogik: die Relevanz, die theoretische Herleitung, die drei Bezugsebenen und die Wirkungslogik.
Die vollständige Dimensionsstruktur, die diagnostische Operationalisierung, die Auswertungslogik und die psychometrische Interpretation bleiben der professionellen Anwendung im Rahmen der Conwell-Methodik vorbehalten.
So bleibt die Grundidee nachvollziehbar, während Qualität, Integrität und professionelle Anwendung der Methodik geschützt bleiben.
Collaborative Mindset ist ein Research-&-Innovation-Projekt der Conwell AG unter der Leitung von Carla Strebel, Head Research & Innovation.
Conwell verbindet psychologische Diagnostik, Managementverständnis und Organisationsentwicklung. Seit 1978 unterstützt Conwell Organisationen bei kritischen Personalentscheidungen, Führungskräfteentwicklung und Kompetenzmodellierung.
Mit dem Collaborative-Mindset-Modell erweitert Conwell diese Expertise um ein zentrales Zukunftsthema: die psychologischen Voraussetzungen wirksamer Zusammenarbeit in komplexen, interdisziplinären und innovationsorientierten Kontexten.
Sie möchten wissen, welche psychologischen Voraussetzungen Ihre Führungskräfte, Teams oder Innovationsprojekte für wirksame Zusammenarbeit mitbringen?
Conwell unterstützt Organisationen dabei, Collaborative Mindset diagnostisch fundiert einzuschätzen, entwicklungsorientiert zu reflektieren und in konkrete Führungs- und Organisationspraxis zu übersetzen.